St. Claudes Heiligenschein: Hält Anthropics menschenzentriertes Bild einem genaueren Blick stand?

St. Claudes Heiligenschein strahlt hell. Dem Pentagon abgesagt. Mit dem Papst zusammengetan. Das Image war nie besser, aber hält es stand, wenn man genauer hinsieht?

Der Name „Anthropic“ kommt von anthropos, griechisch für Mensch. Das Unternehmen ist auf der Idee einer menschenzentrierten KI gegründet. Liest man die Schlagzeilen, sehen die letzten 90 Tage aus, als hätte die Mission geliefert.

Die Absage ans Pentagon im Februar: In Anthropics Stellungnahme vom Februar 2026 zu autonomen Waffen schrieb CEO Dario Amodei: „Frontier-KI-Systeme sind schlicht nicht zuverlässig genug, um vollautonome Waffen zu steuern.“ In derselben Stellungnahme nannte er teilautonome Waffen „entscheidend für die Verteidigung der Demokratie“ und sagte, vollautonome „könnten sich als kritisch erweisen“. Das liest sich wie ein „noch nicht“, die moralische Frage bleibt offen.

Claude Gov: Anthropic entwickelt maßgeschneiderte Modelle für Kunden aus der nationalen Sicherheit der USA. Geheime Netzwerke. Nachrichtendienstliche Analyse. Geheimdienst- und Verteidigungsdokumente. Auswertung von Cybersecurity-Daten. Anthropics eigene Worte, von der Produktseite zu Claude Gov.

Palantir: Seit November 2024 läuft Claude in Palantirs Verteidigungsplattform, in der IL6-Umgebung, die hochsensiblen Systemen der nationalen Sicherheit vorbehalten ist. Laut der gemeinsamen Ankündigung von Palantir, AWS und Anthropic.

Wofür Palantir steht. Im April 2026 veröffentlichte Palantir ein 22-Punkte-Manifest, das CEO Alex Karps Buch „The Technological Republic“ verdichtet. Es wirbt für KI-Waffen. Es erklärt manche Kulturen für „dysfunktional und rückständig“.

Zusammen ergibt das nicht das Bild, das die Marke erzählt.

Lass dich nicht vom perfekt inszenierten Marketing blenden.

Frag, wo deine eigenen Werte liegen. Und dann, ob die KI, von der du abhängst, sie teilt.